Die Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 beendete vorläufig die Epoche der Architekturmoderne in Deutschland. Die Architektur in der NS-Zeit richtete sich nach einem stark vereinfachten Neoklassizismus mit besonderem Augenmerk auf strenge, monumentale und besonders einfache geometrische Formen. Die Bauten dienten der Selbstdarstellung; sie sollten Größe, Ewigkeit und Macht vermitteln. Allgemein kann man bei der Konzeptionierung dieser Bauwerke von einem Hang zur Übertreibung sprechen, denn sämtliche Bauwerke sollten größer, höher und breiter werden als alles, was es davor gegeben hatte.

Das bekannteste Beispiel dieser Bauweise ist das von Albert Speer geplante Reichsparteitagsgelände in Nürnberg. Es umfasste eine Gesamtfläche von 16.5 km². Einige der Kolossalbauten wurden ganz oder teilweise fertigstellt und sind noch heute vorhanden. Zu sehen ist beispielsweise die im Still des Kolosseums erbaute Kongresshalle, die nicht fertiggestellt wurde.

Ein weiteres Beispiel ist das von Werner March geplante Reichssportfeld in Berlin mit dem Olympiastadion. Hier sind auch die typischen Strukturen – die übergroßen, idealisierten Figuren – zu sehen, die für die Architektur in der NS-Zeit typisch waren.

Adolf Hitler und sein Architekt Albert Speer hatten für viele Städte im Reich sogenannte städtebauliche Generalpläne postuliert. Aus Berlin sollte beispielsweise ab den 1930er Jahren die “Reichshauptstadt Germania” werden. Die Stadt sollte hierfür mit einer Nord-Süd-Prachtstraße mit dem Triumphbogen, dem großen Südbahnhof am Süd- und der Ruhmeshalle und dem großen Nordbahnhof am Nordende “umgestaltet” werden. In Nürnberg sollte – wie bereits erwähnt – das Reichsparteitagsgelände entstehen und unter anderem auch das Deutsche Stadion errichtet werden. Für München war geplant, auf dem Gelände des Hauptbahnhofs ein über 200 Meter hohes Denkmal zu errichten, das an den Hitlerputsch erinnern sollte. Weiter war zusätzlich noch die Errichtung mehrerer Museen und eines einen Kilometer langen Bahnhofes geplant.

Die Stadt Linz darf bei dieser Aufzählung nicht fehlen: Hier hatte Hitler persönlich ein gigantisches Anwesen und die größte Kunst- und Gemäldegalerie der Welt, das “Führermuseum” geplant. Weitere größenwahnsinnige Vorhaben für Linz waren die Errichtung zweier neuer Donaubrücken, ein Neubau des Hafens und eine Monumentalverbauung der Donauufer als Verwaltungszentrum.