Die Europäische Architektur in den 60er-, 70er- und 80er-Jahren

Noch heute sind viele Städte Deutschlands von der zweckmäßigen Nachkriegs-Architektur, die sich über mehrere Jahrzehnte bis in die 80er Jahre hinzog, geprägt.

Großsiedlungen an den Stadträndern

Die Schaffung von Wohnraum war das vordergründige Ziel der Bauweise in den 60er Jahren, denn noch immer fehlten viele Wohnungen durch die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg. Aus diesem Grund entstanden an den Rändern von Städten viele Großsiedlungen. Die Gropiusstadt in Berlin, die knapp 20.000 Wohnungen umfasst, ist ein bekanntes Beispiel für diese Epoche.

Auch viele Hochhäuser entstanden in dieser Zeit. Hier wohnte vorerst in erster Linie die Mittelschicht, bis diese jedoch in den 70er Jahren immer mehr den Trend folgte, etwas außerhalb der Städte Eigenheime oder Reihenhäuser zu bauen. Dadurch kam es zu einer Stadtflucht und die Einwohnerzahlen in den Städten gingen zurück.

Der Brutalismus – viel Beton

Der Architekturstil, der ab Mitte der 50er Jahre verwendet wurde, wird als Brutalismus bezeichnet. Bis in die 70er Jahre wurde besonders viel Beton in einer Kombination mit Stahl und Glas verwendet .

Man könnte meinen dieser unschmeichelhafte Name kommt von “brutal”, allerdings leitet sich der Baustil von “beton brüt” ab, was auf Französisch soviel heißt wie Sichtbeton. Unverputzt oder verblendet entstehen in dieser Zeit viele Rathäuser und Freizeitzentren aus dem damals beliebten Baustoff.

Viele dieser damals entstandenen Gebäude werden heute als so hässlich empfunden, dass sie gesprengt oder abgerissen werden.

Der Strukturalismus

Eine Gegenbewegung zur nüchternen Sachlichkeit dieser Bauweise bildete der Strukturalismus. Auch dieser Stil hatte seine Anfänge in den 50er Jahren.

Ziel der Architekten war vor allem Struktur zu schaffen, indem oft einzelne Raummodule auf unterschiedlichster Weise miteinander verknüpft wurden.

Die Postmoderne

Entstanden in den USA bereits ab den 60 er Jahren postmoderne Bauwerke, wurde dieser Baustil in Europa immer häufiger ab den 80er Jahren eingesetzt. Bezeichnend ist die Verbindung von unterschiedlichen älteren Elementen miteinander zu neuen Formen. Es zählte vor allem die Kreativität und Überraschung, die Funktionalität trat in den Hintergrund.